Nyckelharpa 2.0 - die Geige mit der Schreibmaschinen-Tastatur im Wandel

Die Nyckelharpa verändert den Musiker. Der Musiker verändert die Nyckelharpa.
Die veränderte Nyckelharpa.... Die Reise ist noch nicht zu Ende.

Die Nyckelharpa erfuhr in den letzten Jahren eine stetig steigende Wiederentdeckung von Musikern und Veränderungen von Instrumentenbauern. Der Musiker, Komponist  und Instrumentenbauer Holger Funke formulierte es so: "In eine Violine legt jeder Musiker seine eigenes Interpretation hinein, doch er verändert das Instrument an sich nicht – eine Nyckelharpa aber fordert den Musiker heraus, sie zu verändern. Beim Spielen stößt man an bisher nicht bekannte Klänge, da liegt es auf der Hand, das Instrument auch dahingehend so zu bauen, dass mehr solcher Töne gespielt werden können!" Holger Funke, der als der deutsche Nyckelharpaspezialist bekannt ist, entwickelte daraufhin in Zusammenarbeit mit schwedischen Nyckelharpabauern verschiedene, teils exotische Modelle. So wurde eine Nyckelharpa gebaut, die zwar den historischen, mittelalterlichen Korpus besitzt, aber eine moderne, umfangreiche Tastatur. So ist es möglich, auch modernes Repertoire, aber mit historischem Klang, zu spielen. Eine ebenfalls neu entwickelte Grossbass-Nyckelharpa spielt in Kontrabass-Lage und gilt als weltgrößte je gebaute Nyckelharpa.

"Korg MS 20 und die Musik von Tangerine Dream waren in den 80er mein musikalischer Beginn" sagt Funke, der mit seinem Ensemble Poeta Magica heutzutage eher in worldmusic-Gefilden unterwegs ist. "Damals musste der Klang erst selbst gestaltet, kreiert werden, bevor man ihn spielen konnte. Doch dann war jeder Ton einzigartig, wurde neu nuanciert, differenziert. Diesen Klangmöglichkeit wollte ich auch auf der Nyckelharpa". Resultat dieser Überlegung ist nun die elektrische Nyckelharpa: Der Ton wird manuell, mit dem Bogenspiel, erzeugt und durch den Spieler variiert, jedoch elektrisch abgenommen und mit Effekten versehen – und man hört volle Klänge, in die sich das Klappern der Tastatur mischt...